Shellac selber machen mit UV-LED-Lampe, Farblack, Base Coat und Top Coat zuhause

Shellac selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für zuhause

Frisch lackierte Nägel sehen wunderbar aus. Zumindest so lange, bis du eine Schublade öffnest, deine Jeans zuknöpfst oder beim Kochen irgendwo hängen bleibst – und plötzlich prangt die erste Macke genau auf dem Nagel, der gerade noch perfekt aussah.

Wer klassischen Nagellack liebt, kennt das Spiel.

Genau deshalb ist UV-härtender Gel-Lack für viele so interessant. Umgangssprachlich wird dafür häufig der Begriff Shellac benutzt. Die Maniküre verbindet den Look von Nagellack mit einer deutlich widerstandsfähigeren, unter einer geeigneten Lampe ausgehärteten Oberfläche.

Und ja: Du kannst Shellac selber machen.

Du brauchst dafür allerdings ein wenig mehr Ausstattung als für normalen Nagellack. Einfach Farbe aufpinseln, fünf Minuten warten und fertig funktioniert hier nicht. Base Coat, Farblack und Top Coat müssen zum verwendeten System passen und entsprechend der Herstellerangaben ausgehärtet werden.

Das klingt komplizierter, als es nach einigen Anwendungen tatsächlich ist.

Wer sauber vorbereitet, dünne Schichten aufträgt und nicht versucht, jeden Arbeitsschritt abzukürzen, kann zuhause sehr schöne Ergebnisse erzielen. Wichtig ist allerdings, die eigenen Nägel nicht als Experimentierfläche für beliebig kombinierte Produkte zu betrachten.

Gerade bei UV-härtenden Nagelprodukten gilt: Das System sollte zusammenpassen.

Die falsche Lampe, viel zu dicke Lackschichten oder Produkt auf der Haut sind keine Kleinigkeiten, die man einfach ignorieren sollte.

In dieser Anleitung gehen wir deshalb Schritt für Schritt durch die komplette Anwendung. Du erfährst, was du benötigst, wie du den Naturnagel vorbereitest, in welcher Reihenfolge die Produkte verwendet werden und welche Fehler bei den ersten Versuchen besonders häufig passieren.

Was ist Shellac eigentlich?

Bevor wir anfangen, eine kleine Begriffsklärung.

SHELLAC™ ist ursprünglich ein Markenname von CND. Im Alltag wird „Shellac“ inzwischen jedoch häufig allgemein für soak-off beziehungsweise UV-/LED-härtende Farblack-Systeme verwendet.

Das Prinzip unterscheidet sich vom normalen Nagellack:

Klassischer Nagellack trocknet an der Luft.

UV-/LED-härtende Systeme härten dagegen durch eine entsprechende Lichtquelle aus. Deshalb kannst du nicht einfach irgendeine Farbe nehmen und hoffen, dass sie unter der Lampe hart wird.

Typischerweise besteht eine solche Maniküre aus:

Base Coat → Farbe → Top Coat

Die einzelnen Schichten werden jeweils entsprechend den Angaben des Herstellers ausgehärtet.

Beim originalen CND-SHELLAC-System werden beispielsweise Base Coat, Farbcoat und Top Coat als aufeinander abgestimmtes System zusammen mit einer passenden CND-Lampe verwendet. CND gibt dabei produktspezifische Aushärtungszeiten vor.

Genau daraus ergibt sich eine der wichtigsten Regeln dieses Artikels:

Übernimm Aushärtungszeiten nicht blind von anderen Marken oder aus irgendeinem Video.

Was bei Produkt A funktioniert, muss bei Produkt B nicht stimmen.

Shellac selber machen: Vorbereitung und Material

Wenn eine Shellac-Maniküre frühzeitig abplatzt oder sich bereits nach wenigen Tagen an den Rändern löst, wird schnell der Farblack verantwortlich gemacht.

Dabei liegt das Problem häufig schon vorher.

Eine sorgfältig vorbereitete Nageloberfläche ist die Grundlage für eine haltbare Maniküre.

Wenn du Shellac selber machen möchtest, lohnt es sich, alle benötigten Produkte vorher bereitzulegen und die Nägel sorgfältig vorzubereiten.

Das brauchst du für deine Shellac-Maniküre

Für den Einstieg benötigst du keine riesige Nail-Art-Sammlung.

Eine vernünftige Grundausstattung reicht völlig.

Dazu gehören normalerweise:

  • Nagelfeile
  • Rosenholzstäbchen oder Nagelhautschieber
  • eventuell ein sehr feiner Buffer, sofern dein System dies vorsieht
  • fusselfreie Pads
  • geeignetes Reinigungs- beziehungsweise Entfettungsprodukt
  • Base Coat
  • UV-/LED-härtender Farblack
  • Top Coat
  • passende UV-/LED-Nagellampe
  • geeignetes Produkt zum späteren Entfernen
  • Nagelöl
  • Handcreme

Optional kannst du natürlich zusätzlich verwenden:

  • Nail-Art-Pinsel
  • Dotting Tools
  • Sticker
  • Glitzer
  • Metallic-Effekte
  • French-Pinsel
  • weitere Farben

Für deine erste Shellac-Maniküre würde ich darauf allerdings verzichten.

Eine einzige Farbe reicht.

Warum?

Weil du dich dann auf das Wesentliche konzentrieren kannst:

gleichmäßig lackieren, die Haut frei halten und jede Schicht korrekt aushärten.

Wer noch keine Ausstattung besitzt, findet in unserem ausführlichen Ratgeber Was braucht man für Shellac zuhause? Produkte und Zubehör im Überblick eine komplette Einkaufsliste.

Besonders wichtig ist die Lampe.

Nicht jede Lampe ist automatisch mit jedem UV-härtenden Produkt optimal kompatibel. Wattzahlen allein reichen für die Beurteilung nicht aus, denn entscheidend sind unter anderem die vom Produkt benötigten Wellenlängen und die vom Hersteller vorgesehene Aushärtung.

Achte deshalb möglichst darauf, dass der Hersteller des Lacksystems klare Angaben dazu macht, welche Lampe verwendet werden soll.

In unserem Ratgeber Welche UV-/LED-Lampe für Shellac? Kaufkriterien einfach erklärt gehen wir auf dieses Thema noch ausführlicher ein.

Übrigens: Die Bezeichnung „LED-Lampe“ bedeutet nicht, dass bei einer Gelmaniküre grundsätzlich keine UV-Strahlung eingesetzt wird. Dermatologen empfehlen deshalb bei wiederholten Gelmaniküren unter anderem Sonnenschutz auf den Händen oder dunkle, an den Fingerspitzen offene Schutzhandschuhe.

Den Naturnagel sorgfältig vorbereiten

Beginne mit sauberen, trockenen Händen.

Alter Nagellack muss vollständig entfernt sein.

Anschließend bringst du deine Nägel in die gewünschte Länge und Form.

Ob rund, oval, kurz und eckig oder etwas länger bleibt dir überlassen. Für die ersten Shellac-Versuche finde ich eine eher kurze bis mittlere Naturnagellänge besonders praktisch.

Dann kümmerst du dich um die Nagelhaut.

Schiebe sie vorsichtig zurück.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Haut wegzuschneiden. Die Nagelhaut übernimmt eine Schutzfunktion und sollte nicht unnötig verletzt werden. Auch dermatologische Empfehlungen raten davon ab, sie aggressiv zu entfernen.

Wichtig für die Haftung ist vor allem, dass kein unsichtbarer Hautfilm auf der Nagelplatte liegen bleibt.

Arbeite dabei sanft.

Der nächste Schritt hängt vom verwendeten System ab.

Manche Produkte verlangen ein leichtes Mattieren der Oberfläche, andere Systeme sind darauf ausgelegt, ohne starkes Anbuffern auszukommen.

Hier gilt erneut:

Herstelleranweisung schlägt Internet-Halbwissen.

Falls du buffern sollst, bedeutet das nicht, den Naturnagel kräftig dünner zu schleifen.

Du möchtest die Oberfläche vorbereiten – nicht Material vom Nagel wegfeilen, bis er empfindlich wird.

Anschließend entfernst du Staub sorgfältig.

Nun möglichst nicht mehr mit den Fingern auf die Nagelplatte fassen.

Fett von der Haut kann die vorbereitete Oberfläche wieder verunreinigen.

Verwende anschließend das für dein System vorgesehene Reinigungs- oder Vorbereitungsmittel.

Und jetzt bist du bereit für die Farbe.

Shellac Schritt für Schritt auftragen und aushärten

Jetzt kommt der schöne Teil.

Damit das Ergebnis sauber aussieht, brauchst du allerdings etwas Geduld.

Die vielleicht wichtigste Regel lautet:

Dünne Schichten.

Eine dicke Schicht sieht im ersten Moment schneller und deckender aus. Bei UV-härtenden Produkten ist das aber keine gute Abkürzung. Zu viel Material kann ungleichmäßig aushärten, verlaufen oder Falten bilden.

Shellac selber machen funktioniert am besten mit mehreren dünnen Schichten, die jeweils vollständig unter der UV- oder LED-Lampe aushärten.

Base, Farbe und Top Coat richtig auftragen

Schritt 1: Base Coat auftragen

Trage eine dünne Schicht Base Coat auf.

Beginne mit wenig Produkt.

Lass einen winzigen Abstand zur Nagelhaut und zu den seitlichen Nagelrändern. Der Lack sollte nicht auf die Haut laufen.

Das ist besonders wichtig.

Ungehärtete Gelprodukte sollten möglichst nicht mit der Haut in Kontakt kommen. Wenn etwas danebenläuft, entfernst du es vor dem Aushärten vollständig.

Schiebe es nicht einfach irgendwie zurück und härte die Reste mit aus.

Nun kommt die Hand in die geeignete Lampe.

Verwende die vom Hersteller angegebene Aushärtungszeit.

Als Beispiel: Das originale CND-SHELLAC-System arbeitet in der passenden CND-LED-Lampe mit einer sehr kurzen Aushärtung des Base Coats und längeren Zeiten für Farb- und Deckschichten. Diese Zeiten sind jedoch systemabhängig und sollten nicht pauschal auf andere Marken übertragen werden.

Schritt 2: Erste Farbschicht

Jetzt kommt dein Farblack.

Streife überschüssiges Material am Flaschenhals ab und trage eine sehr dünne Schicht auf.

Die erste Schicht muss nicht perfekt decken.

Das überrascht viele Anfänger.

Gerade bei hellen oder kräftigen Farben kann sie sogar leicht streifig aussehen.

Nicht versuchen, das durch mehr Produkt zu „reparieren“.

Die zweite Schicht erledigt das.

Ziehe den Pinsel ruhig über den Nagel.

Eine einfache Technik:

  1. einen Strich durch die Mitte,
  2. einen Strich links,
  3. einen Strich rechts,
  4. bei Bedarf kleine Korrekturen.

Je weniger du auf einer bereits gleichmäßig lackierten Fläche herumstreichst, desto besser.

Kontrolliere vor dem Aushärten erneut die Ränder.

Lack auf der Haut?

Jetzt entfernen.

Dann aushärten.

Schritt 3: Zweite Farbschicht

Nun kommt die zweite dünne Farbschicht.

Jetzt sollte die Deckkraft deutlich besser werden.

Falls deine Farbe nach zwei Schichten noch nicht ausreichend deckt und der Hersteller eine weitere Schicht erlaubt, kannst du entsprechend der Produktanleitung vorgehen.

Aber bitte nicht versuchen, das Problem mit einer einzigen extrem dicken Schicht zu lösen.

Das Motto lautet nicht:

Viel hilft viel.

Bei Shellac lautet es eher:

Dünn, sauber, korrekt ausgehärtet.

Auch die zweite Farbschicht wird vollständig ausgehärtet.

Schritt 4: Top Coat

Der Top Coat bildet den Abschluss.

Trage ihn wieder gleichmäßig auf und achte darauf, die Seiten sauber abzudecken.

Auch die freie Nagelkante kann – je nach System und Technik – mit einbezogen werden.

Danach folgt die vorgesehene Aushärtung.

Manche Top Coats hinterlassen anschließend eine klebrige Dispersionsschicht, die mit einem geeigneten Produkt abgewischt wird.

Andere sind sogenannte No-Wipe-Top-Coats und benötigen diesen Schritt nicht.

Auch hier bestimmt das verwendete Produkt, was zu tun ist.

Nicht jeder Top Coat funktioniert gleich.

Wenn alles fertig ist, kannst du Nagelöl rund um die Nagelhaut einmassieren.

Und dann kommt dieser schöne Moment:

Du kannst deine Hände tatsächlich benutzen, ohne eine Stunde lang vorsichtig durch die Wohnung zu laufen und jeden Gegenstand wie ein rohes Ei anzufassen.

Genau das ist für viele einer der größten Vorteile gegenüber klassischem Nagellack.

Wenn du grundsätzlich stärker modellierte und formgebende Nägel möchtest, ist Shellac allerdings nicht dasselbe wie eine Gelmodellage. In unserem Artikel Gelnägel selber machen: Der komplette Anfänger-Guide für zuhause erklären wir den Unterschied anhand der deutlich umfangreicheren Gelmodellage.

Shellac beziehungsweise Gel-Lack dient in erster Linie als Farbsystem auf dem Nagel.

Eine klassische Aufbaugelmodellage kann dagegen auch zusätzliche Stabilität, Formgebung und Verlängerung ermöglichen.

Häufige Fehler, Pflege und Schlussfolgerung

Die ersten Shellac-Nägel sehen nicht immer so aus wie die Bilder auf der Verpackung.

Vielleicht läuft Farbe an einer Seite etwas weg.

Vielleicht wird ein Nagel dicker als der andere.

Oder nach vier Tagen löst sich plötzlich eine Ecke.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist.

Oft steckt eine Kleinigkeit im Ablauf dahinter.

Ein typischer Fehler sind zu dicke Schichten.

Dadurch kann der Lack schlecht beziehungsweise ungleichmäßig aushärten.

Ein weiterer Klassiker ist Produkt auf der Haut.

Wenn Lack in die Nagelfalz läuft, solltest du ihn nicht einfach mit aushärten.

Auch eine unzureichende Vorbereitung kann die Haltbarkeit beeinträchtigen.

Öl, Staub oder Hautreste auf der Nagelplatte sind keine besonders gute Basis.

Dann wäre da noch die Lampe.

Ein sehr günstiges Gerät mit großer Wattzahl ist nicht automatisch die perfekte Lösung für jeden Lack.

Und schließlich das Entfernen.

Shellac gehört nicht heruntergeknibbelt.

Ich weiß, wie verlockend das ist.

Da hebt sich vorne eine winzige Ecke.

Du ziehst vorsichtig.

Sie löst sich weiter.

Noch ein Stück.

Und plötzlich hältst du einen halben Lackfilm in der Hand und denkst:

Na, ging doch wunderbar.

Leider kann sich dabei Nagelmaterial mit ablösen.

Dermatologen raten ausdrücklich davon ab, Gel-Lack abzupicken oder gewaltsam abzulösen. Zum Entfernen von soak-off-Gel wird stattdessen eine produktgerechte Entfernung empfohlen; bei Aceton sollte möglichst nur der Nagelbereich beziehungsweise die Fingerspitze damit in Kontakt kommen.

Wenn dein verwendetes System als soak-off ausgelegt ist, hältst du dich deshalb an die dafür vorgesehene Entfernungsmethode.

Nicht hebeln.

Nicht reißen.

Und bitte auch nicht den Naturnagel so lange abfeilen, bis sämtliche Farbe verschwunden ist.

Wer Shellac selber machen möchte, sollte auch die Entfernung von Anfang an mitdenken und den Lack nicht einfach vom Naturnagel abziehen.

Häufige Fragen zu Shellac zuhause

Kann man Shellac als Anfänger selber machen?

Ja. Beginne mit einer einfachen einfarbigen Maniküre und konzentriere dich zunächst auf saubere Vorbereitung, dünne Schichten und korrektes Aushärten. Nail Art kannst du später ergänzen.

Was brauche ich, um Shellac selber zu machen?

Im Wesentlichen benötigst du Nagelwerkzeuge zur Vorbereitung, Base Coat, UV-/LED-härtenden Farblack, Top Coat, eine kompatible Lampe sowie geeignete Produkte zum Reinigen und späteren Entfernen.

Wie viele Schichten Shellac trägt man auf?

Das hängt vom System ab. Typischerweise kommen eine Base-Schicht, meist zwei dünne Farbschichten und ein Top Coat zum Einsatz. Die Herstellerangaben des konkreten Produkts sind jedoch entscheidend.

Wie lange muss Shellac unter die Lampe?

Eine pauschale Zeit gibt es nicht. Sie hängt von Lack, Lampe und Hersteller ab. Verwende deshalb die für dein System angegebenen Aushärtungszeiten.

Kann man normalen Nagellack unter einer UV-Lampe trocknen?

Klassischer lufttrocknender Nagellack wird durch eine UV-/LED-Nagellampe nicht automatisch zu UV-Lack. Er basiert auf einem anderen Trocknungsprinzip.

Warum wird mein Shellac wellig oder faltig?

Eine mögliche Ursache können zu dick aufgetragene Schichten beziehungsweise ungeeignete Aushärtungsbedingungen sein. Arbeite mit dünnen Schichten und überprüfe, ob Lampe und Produkt zusammenpassen.

Warum löst sich Shellac an den Rändern?

Mögliche Gründe sind Nagelhaut oder Fett auf der Nagelplatte, Produktkontakt mit der Haut, Fehler bei der Vorbereitung, zu dicke Schichten oder eine nicht zum Lack passende Aushärtung.

Kann ich Shellac einfach abziehen?

Nein. Selbst wenn sich der Lack scheinbar problemlos löst, können oberflächliche Nagelschichten mit abgezogen werden. Entferne ihn nach der für dein Produkt vorgesehenen Methode.

Ist Shellac dasselbe wie Gelnägel?

Nein. Shellac beziehungsweise UV-härtender Gel-Lack dient hauptsächlich als langlebige Farbbeschichtung. Eine Gelmodellage arbeitet mit Aufbaugel und kann stärker modelliert, verstärkt oder verlängert werden.

Kann Shellac die Nägel dünn machen?

Probleme entstehen häufig weniger allein durch das Tragen als durch wiederholte Belastung, falsches Entfernen oder starkes Feilen. Gelmaniküren können laut Dermatologen bei wiederholter Anwendung mit Brüchigkeit, Abblättern und Rissen der Nägel verbunden sein.

Was mache ich, wenn die Haut nach Shellac juckt oder rot wird?

Beende die Anwendung und trage nicht einfach eine neue Schicht auf. Juckreiz, Rötungen, Bläschen, Schwellungen oder andere Hautreaktionen sollten ernst genommen und bei anhaltenden beziehungsweise deutlichen Beschwerden medizinisch oder dermatologisch abgeklärt werden.

Schlussfolgerung

Shellac selber machen ist für Anfänger durchaus machbar – vorausgesetzt, du nimmst das „selber machen“ nicht als Einladung zum wilden Experimentieren mit beliebig zusammengestellten Produkten.

Die Grundidee ist erstaunlich einfach:

Nagel vorbereiten.

Base Coat.

Aushärten.

Dünne Farbschicht.

Aushärten.

Zweite Farbschicht.

Aushärten.

Top Coat.

Noch einmal aushärten.

Fertig.

Der Unterschied zwischen einem schönen Ergebnis und einer Maniküre, die sich nach drei Tagen verabschiedet, steckt häufig in den kleinen Dingen.

War der Nagel wirklich sauber?

Lag noch Nagelhaut auf der Nagelplatte?

War die Schicht vielleicht zu dick?

Ist Lack in den Rand gelaufen?

Passt die Lampe tatsächlich zum Produkt?

Hast du lange genug ausgehärtet?

Wer diese Punkte ernst nimmt, braucht keine Profi-Ausbildung, um zuhause ordentliche Ergebnisse zu erzielen.

Beginne mit einer Farbe.

Keine Steine.

Kein Chrome Powder.

Keine komplizierte French-Linie.

Nur zehn sauber lackierte Nägel.

Wenn das zuverlässig funktioniert, kannst du dich beim nächsten Mal an einen Accent Nail wagen.

Danach vielleicht French.

Später Glitzer, Linien oder andere Nail Art.

So wächst deine Routine ganz automatisch.

Und noch etwas: Eine Shellac-Maniküre sollte nicht zu einem Wettkampf darum werden, wie lange du dieselbe Farbe irgendwie auf den Nägeln halten kannst.

Wenn sich etwas deutlich löst, der Nagel beschädigt wirkt oder deine Haut reagiert, ist der richtige Moment gekommen, genauer hinzuschauen.

Schöne Nägel sollen schließlich Spaß machen.

Nicht jucken, brennen oder weh tun.

Wenn du sauber arbeitest, deine Produkte sinnvoll auswählst und beim Entfernen genauso geduldig bist wie beim Auftragen, bekommst du mit der Zeit ein erstaunlich professionell wirkendes Ergebnis hin.

Und spätestens dann, wenn du nach der Maniküre ganz selbstverständlich deine Tasche öffnest und keine einzige Macke im frisch lackierten Nagel findest, weißt du wieder genau, warum Shellac zuhause so beliebt ist.

Zu Sehen ist das Autorenbild von: Claudia Asamaer

Claudia Asamaer

Über die Autorin

Claudia Asamaer schreibt bei Pimp Your Nail über Gelnägel, Shellac und verschiedene Möglichkeiten der Nagelmodellage. Ihr Schwerpunkt liegt auf verständlichen Erklärungen zu Anwendung, Unterschieden, Entfernung und Pflege.

Mehr über Claudia Asamaer →