Brüchige Fingernägel mit leicht abgesplitterten Nagelkanten sowie Nagelöl und Feile

Brüchige Fingernägel: Häufige Ursachen und sinnvolle Pflege

Du willst nur schnell den Reißverschluss schließen – knack. Schon ist wieder ein Nagel eingerissen. Beim nächsten Blick auf deine Hände stellst du fest, dass sich an einem anderen Fingernagel kleine Schichten ablösen. Und der Daumennagel? Der hat natürlich genau an der Stelle einen Riss bekommen, an der er ständig an der Kleidung hängen bleibt.

Brüchige Fingernägel können ziemlich nerven.

Vor allem dann, wenn du eigentlich versuchst, deine Nägel wachsen zu lassen oder Wert auf gepflegte Hände legst. Kaum haben sie eine schöne Länge erreicht, verabschiedet sich der erste Nagel wieder. Dann werden alle gekürzt – und das Spiel beginnt von vorne.

Hinter brüchigen Nägeln steckt allerdings nicht immer ein geheimnisvoller Vitaminmangel. Häufig sind die Ursachen viel banaler. Wiederholter Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln, Nagellackentfernern oder mechanischer Belastung kann Nägel austrocknen beziehungsweise strapazieren. Auch Alter und individuelle Nagelstruktur spielen eine Rolle. Dermatologen weisen darauf hin, dass häufig nasse Hände und aggressive Chemikalien typische Auslöser spröder Nägel sein können.

Andererseits gibt es Situationen, in denen Veränderungen der Nägel nicht einfach als kosmetisches Problem abgetan werden sollten. Nagelveränderungen können unter anderem bei Pilzinfektionen, Psoriasis, Eisenmangel oder Schilddrüsenerkrankungen auftreten.

Genau deshalb schauen wir uns das Thema differenziert an.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche alltäglichen Belastungen brüchige Fingernägel begünstigen können, was du zuhause sinnvoll verändern kannst, welche Pflege wirklich praktisch ist und wann der Punkt erreicht ist, an dem ein Arzt oder eine Hautärztin besser genauer hinschauen sollte.

Warum werden Fingernägel brüchig?

Brüchige Fingernägel entstehen dabei nicht immer aus demselben Grund – oft kommen mehrere äußere und persönliche Einflussfaktoren zusammen.

Ein Fingernagel wirkt auf den ersten Blick ziemlich robust. Schließlich benutzen wir unsere Hände den ganzen Tag, tippen, greifen, öffnen Verpackungen und erledigen ganz selbstverständlich tausend Kleinigkeiten.

Trotzdem ist die Nagelplatte nicht unverwüstlich.

Sie besteht aus mehreren miteinander verbundenen Keratinschichten. Werden diese Schichten immer wieder beansprucht, kann der Nagel an Stabilität verlieren, splittern oder sich schichtweise ablösen.

Manche Menschen haben von Natur aus festere Nägel, andere eher dünne oder flexible. Deshalb funktioniert auch der Vergleich mit Freunden selten besonders gut.

Die Kollegin trägt ihre Nägel zwei Zentimeter lang und spült ohne Handschuhe?

Schön für sie.

Das bedeutet noch lange nicht, dass deine Nägel dieselbe Belastung ebenso gelassen wegstecken.

Wasser, Reinigungsmittel und mechanische Belastungen

Einer der häufigsten Belastungsfaktoren ist ausgerechnet etwas völlig Alltägliches: Wasser.

Natürlich macht einmal Händewaschen keinen Fingernagel kaputt. Problematisch kann vielmehr der ständige Wechsel zwischen nass und trocken werden.

Denk einmal darüber nach, wie oft deine Hände an einem normalen Tag mit Wasser in Kontakt kommen:

  • Händewaschen,
  • Duschen,
  • Geschirrspülen,
  • Putzen,
  • Kochen,
  • Haarewaschen,
  • Gartenarbeit,
  • eventuell berufliche Tätigkeiten mit häufigem Händewaschen.

Nägel nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie anschließend wieder ab. Passiert das ständig, kann die Nagelstruktur stärker beansprucht werden. Besonders zusammen mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln werden Hände, Nagelhaut und Nägel häufig trocken.

Die American Academy of Dermatology empfiehlt bei spröden Nägeln deshalb unter anderem, längeren Kontakt mit Wasser und aggressiven Chemikalien zu reduzieren und die Nägel sowie die umliegende Haut regelmäßig mit Feuchtigkeit beziehungsweise rückfettenden Produkten zu versorgen.

Ein einfacher Schritt kann bereits viel ausmachen:

Trage beim Putzen und Spülen Haushaltshandschuhe.

Das ist sicherlich kein spektakulärer Beauty-Hack, der in sozialen Medien Millionen Aufrufe bekommt. Dafür ist er erstaunlich praktisch.

Auch mechanische Belastung spielt eine große Rolle.

Fingernägel sind nämlich keine eingebauten Multifunktionswerkzeuge.

Trotzdem benutzen wir sie ständig, um:

  • Dosenlaschen anzuheben,
  • Klebeband aufzukratzen,
  • Etiketten abzulösen,
  • Schraubverschlüsse aufzuhebeln,
  • harte Verpackungen zu öffnen,
  • kleine Gegenstände auseinanderzudrücken.

Meist geht das gut.

Bis es eben einmal nicht gut geht.

Ein kleiner seitlicher Riss kann sich dann schnell weiterziehen.

Außerdem solltest du auf die Länge deiner Nägel achten. Wenn sie ständig anstoßen oder sich bei Alltagstätigkeiten verbiegen, kann etwas weniger Länge sinnvoller sein als der Versuch, jeden Nagel um jeden Preis wachsen zu lassen.

Regelmäßiges, schonendes Feilen hilft zusätzlich dabei, kleine raue Stellen frühzeitig zu glätten.

Nagellack, Gel und zu aggressives Entfernen

Nagellack ist nicht automatisch schlecht für deine Nägel.

Auch Gelmodellagen führen nicht zwangsläufig dazu, dass jeder Naturnagel irgendwann zerstört ist.

Entscheidend ist häufig der Umgang damit.

Ein besonders problematischer Moment entsteht beim Entfernen.

Da löst sich eine Ecke vom Nagellack oder Gel – und plötzlich beginnt der berühmte Gedanke:

„Ich ziehe nur dieses eine kleine Stück ab.“

Fünf Minuten später ist die Hälfte des Materials heruntergeknibbelt.

Dabei können oberflächliche Schichten des Naturnagels mit abgelöst werden. Die Nägel wirken anschließend dünn, rau oder empfindlich.

Wer regelmäßig Gel trägt, sollte besonders auf eine schonende Vorbereitung und Entfernung achten. Unser Anfänger-Ratgeber Gelnägel selber machen erklärt die wichtigsten Schritte ausführlich.

Die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass künstliche Nägel beziehungsweise deren Vorbereitung und Entfernung natürliche Nägel dünner, spröder oder trockener machen können.

Auch starkes Feilen ist keine Lösung.

Wenn du die Nageloberfläche bei jeder Maniküre intensiv bufferst, trägst du immer wieder Material ab. Ein dünner Nagel wird dadurch nicht „härter“, sondern möglicherweise noch empfindlicher.

Das Gleiche gilt beim Entfernen künstlicher Modellagen.

Hier lautet die wichtigste Regel:

Nicht reißen, nicht hebeln und nicht so lange feilen, bis der Naturnagel empfindlich wird.

Wer ohnehin schon sehr dünne Nägel hat, sollte besonders vorsichtig vorgehen. In unserem Ratgeber Dünne Fingernägel stärken: Schonende Pflege und Alltagstipps gehen wir noch genauer darauf ein, wie sich empfindliche Nagelplatten im Alltag schützen lassen.

Manchmal sind Nägel allerdings nicht primär dünn, sondern sehr biegsam und weich. Dann können andere Alltagssituationen besonders störend sein. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Weiche Fingernägel: Pflege, Schutz und typische Belastungen im Alltag.

Was hilft bei brüchigen Fingernägeln im Alltag?

Wenn die Nägel ständig abbrechen, beginnt schnell die Suche nach dem einen Produkt, das alles lösen soll.

Nagelhärter?

Spezialöl?

Serum?

Biotin?

Keratin-Lack?

Die Realität ist leider weniger aufregend.

Bei brüchigen Fingernägeln hilft häufig keine einzelne Wunderflasche. Viel wichtiger ist eine Kombination aus weniger Belastung, vernünftiger Länge und regelmäßiger Pflege.

Das klingt zunächst unspektakulär – ist dafür aber etwas, das du wirklich beeinflussen kannst.

Brüchige Fingernägel brauchen vor allem eine möglichst schonende Routine: regelmäßiges Eincremen, vorsichtiges Feilen und weniger mechanische Belastung können dabei sinnvoll sein.

Nägel kürzer halten, richtig feilen und regelmäßig pflegen

Sind deine Nägel aktuell stark brüchig, solltest du ihnen vorübergehend keine zusätzliche Herausforderung durch extreme Länge geben.

Ein etwas kürzerer Nagel besitzt einen kleineren Hebel und bleibt im Alltag seltener irgendwo hängen.

Schneide oder feile beschädigte Bereiche vorsichtig zurück, bevor aus einem winzigen Riss ein großer wird.

Die American Academy of Dermatology empfiehlt beim Kürzen der Fingernägel, relativ gerade zu schneiden und die Ecken anschließend leicht abzurunden. Unebene Kanten sollten geglättet werden; die Organisation rät außerdem dazu, beim Feilen möglichst in eine Richtung zu arbeiten.

Du musst daraus keine Wissenschaft machen.

Wichtig ist vor allem, dass keine scharfen Stellen stehen bleiben.

Danach kommt Pflege ins Spiel.

Cremst du deine Hände ein, zieh die Creme ruhig auch über Nägel und Nagelränder.

Nagelöl kannst du zusätzlich verwenden. Es ersetzt keine medizinische Behandlung, sorgt aber dafür, dass Nagelhaut und Umgebung weniger trocken wirken und sich geschmeidiger anfühlen.

Geeignet sind beispielsweise spezielle Nagelöle oder einfache Pflegeprodukte, die du gut verträgst.

Das Entscheidende ist nicht, ob auf der Verpackung „Professional Nail Rescue Ultra Repair“ steht.

Entscheidend ist, ob du das Produkt regelmäßig benutzt.

Eine praktische Routine könnte beispielsweise so aussehen:

Täglich:

  • Hände nach dem Waschen gründlich abtrocknen,
  • Handcreme verwenden,
  • abends etwas Nagelöl einmassieren.

Einmal pro Woche:

  • Länge kontrollieren,
  • raue Kanten glätten,
  • eingerissene Stellen vorsichtig kürzen,
  • Nagelhaut pflegen,
  • Werkzeuge reinigen.

Bei Hausarbeit:

  • Handschuhe bei längeren Wasser- oder Reinigungsmittelarbeiten verwenden.

Eine detaillierte Tages-, Wochen- und Monatsstruktur findest du später in unserem Ratgeber Die perfekte Nagelpflege-Routine: täglich, wöchentlich und monatlich.

Und noch etwas: Hab Geduld.

Der beschädigte Teil eines Nagels repariert sich nicht wie eine Hautwunde von heute auf morgen. Er muss mit dem Nagel nach vorne herauswachsen.

Deshalb solltest du eine neue Pflegeroutine nicht nach drei Tagen für nutzlos erklären.

Wie eine schonende Grundroutine aussehen kann, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Fingernägel richtig pflegen.

Nahrungsergänzungsmittel: Nicht einfach auf Verdacht einwerfen

Kaum fällt irgendwo das Wort „brüchige Nägel“, ist Biotin oft nicht weit.

Biotin wird häufig in sogenannten Haar-Haut-Nägel-Präparaten angeboten. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Mensch mit splitternden Nägeln einen Biotinmangel hat oder von hoch dosierten Präparaten profitiert.

Generell gilt bei Nahrungsergänzungsmitteln: Ein möglicher Mangel sollte nicht einfach aus dem Zustand der Fingernägel diagnostiziert werden.

Die FDA weist außerdem darauf hin, dass Biotin aus Nahrungsergänzungsmitteln bestimmte Laboruntersuchungen beeinflussen und zu falschen Testergebnissen führen kann.

Falls du Nahrungsergänzungsmittel einnimmst oder darüber nachdenkst, sprich insbesondere bei Beschwerden oder geplanten Blutuntersuchungen mit Arzt, Ärztin oder Apotheke.

Dasselbe gilt für Eisen.

Eisenmangel kann mit bestimmten Nagelveränderungen einhergehen, aber nicht jeder brüchige Nagel bedeutet automatisch Eisenmangel. Die Diagnose gehört in medizinische Hände und sollte nicht anhand eines Beauty-Artikels oder eines Fotos im Internet gestellt werden.

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist natürlich grundsätzlich sinnvoll.

Eine gezielte Hochdosis-Supplementierung „für schönere Nägel“ ist etwas anderes.

Kurz gesagt:

Pflegen darfst du selbst. Mängel diagnostizieren solltest du nicht selbst.

Wann sollten brüchige Nägel medizinisch abgeklärt werden?

Die meisten Menschen werden irgendwann einmal einen abgebrochenen oder splitternden Fingernagel haben.

Das allein ist noch kein Grund zur Panik.

Wenn allerdings mehrere Nägel plötzlich deutlich anders aussehen als früher oder weitere Veränderungen hinzukommen, solltest du genauer hinschauen.

Nagelprobleme können unter anderem im Zusammenhang mit Pilzinfektionen, Psoriasis, Eisenmangelanämie sowie Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auftreten. Auch andere Erkrankungen und bestimmte Medikamente können die Nägel verändern.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass du bei jedem Riss sofort eine Krankheit vermuten musst.

Es bedeutet lediglich: Nägel können manchmal Hinweise liefern, die man nicht mit einem neuen Lack überdecken sollte.

Bleiben brüchige Fingernägel über längere Zeit bestehen oder treten zusätzlich Schmerzen, Entzündungen oder auffällige Veränderungen auf, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Diese Veränderungen solltest du nicht einfach ignorieren

Eine ärztliche beziehungsweise dermatologische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn du beispielsweise Folgendes bemerkst:

  • deutliche Veränderungen mehrerer Nägel ohne erkennbaren Grund,
  • starke Verfärbungen,
  • Schmerzen,
  • Rötung oder Schwellung,
  • Eiter oder andere Entzündungszeichen,
  • Ablösung des Nagels vom Nagelbett,
  • auffällige Verdickung,
  • starke Veränderungen der Nagelform,
  • neu auftretende dunkle Streifen,
  • ausgeprägte Dellen oder Grübchen,
  • plötzlich stark verlangsamtes oder gestopptes Nagelwachstum.

Dermatologen weisen darauf hin, dass Veränderungen von Farbe, Struktur oder Form zwar harmlos sein können, teilweise aber auch auf Haut- oder Allgemeinerkrankungen hinweisen können.

Besonders wichtig ist der Verlauf.

Sind deine Nägel schon seit Jahren eher weich und brechen gelegentlich ab?

Das ist etwas anderes als:

„Seit vier Wochen verändern sich plötzlich mehrere Nägel stark, obwohl ich nichts an meiner Pflege geändert habe.“

Auch ein einzelner Nagel, der plötzlich auffällig anders aussieht als alle anderen, verdient Aufmerksamkeit.

Und bitte versuche nicht, auffällige Veränderungen monatelang mit Gel, Acryl oder dunklem Nagellack zu verstecken, ohne die Ursache zu kennen.

Kosmetik kann schön aussehen.

Eine Diagnose ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen zu brüchigen Fingernägeln

Warum brechen meine Fingernägel ständig ab?

Häufig spielen alltägliche Belastungen eine Rolle, etwa häufiger Wasserkontakt, Reinigungsmittel, mechanische Beanspruchung oder eine von Natur aus eher dünne Nagelstruktur. Auch aggressive Maniküre beziehungsweise das falsche Entfernen von Gel oder Lack kann die Nägel strapazieren. Daneben können bestimmte Erkrankungen oder Mangelzustände Nagelveränderungen verursachen.

Was kann ich sofort gegen brüchige Nägel tun?

Halte die Nägel zunächst etwas kürzer, glätte raue Stellen vorsichtig und schütze deine Hände bei längeren Arbeiten mit Wasser oder Reinigungsmitteln. Creme Hände, Nägel und Nagelhaut regelmäßig ein und vermeide unnötiges Feilen oder Knibbeln.

Welches Öl eignet sich für brüchige Nägel?

Du kannst ein spezielles Nagelöl oder ein anderes gut verträgliches Pflegeöl verwenden. Wichtig ist hauptsächlich, dass Nagelhaut und Umgebung regelmäßig gepflegt werden. Erwarte jedoch nicht, dass Öl einen beschädigten Nagel innerhalb weniger Tage strukturell „repariert“.

Hilft Nagelhärter bei brüchigen Nägeln?

Das hängt vom Produkt und von der Ursache ab. Ein Nagelhärter kann kosmetisch helfen, ist aber kein Ersatz dafür, schädigende Gewohnheiten zu ändern oder medizinische Ursachen abzuklären. Sehr harte Nägel sind übrigens nicht automatisch bessere Nägel – ein Nagel braucht auch eine gewisse Flexibilität.

Sollte ich Biotin gegen brüchige Fingernägel nehmen?

Nicht automatisch. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht allein aufgrund brüchiger Nägel eingenommen werden. Biotin kann zudem bestimmte Labortests beeinflussen. Bei Verdacht auf einen Mangel solltest du ärztlichen Rat einholen.

Kann Eisenmangel brüchige Nägel verursachen?

Bestimmte Nagelveränderungen können bei Eisenmangel auftreten. Brüchige Nägel allein reichen jedoch nicht aus, um einen Eisenmangel festzustellen. Ob ein Mangel besteht, lässt sich durch eine medizinische Untersuchung und gegebenenfalls Blutwerte beurteilen.

Sollte ich bei brüchigen Nägeln eine Pause von Gelnägeln machen?

Wenn deine Naturnägel nach Modellagen deutlich dünn, trocken oder empfindlich wirken, kann eine Pause sinnvoll sein. Besonders wichtig ist außerdem, Modellagematerial korrekt zu entfernen und den Naturnagel nicht unnötig stark abzufeilen.

Wie lange dauert es, bis brüchige Fingernägel wieder besser aussehen?

Das braucht Zeit. Der bereits beschädigte Nagel wächst nach vorne heraus. Veränderungen an deiner Pflegeroutine werden deshalb eher über Wochen und Monate sichtbar als über wenige Tage.

Schlussfolgerung

Brüchige Fingernägel sind oft kein Zeichen dafür, dass mit deinem Körper grundsätzlich etwas nicht stimmt.

Manchmal bekommen deine Nägel schlicht zu viel ab.

Wasser. Putzmittel. Desinfektionsmittel. Nagellackentferner. Feilen. Knibbeln. Verpackungen öffnen. Eine Gelmodellage entfernen. Danach gleich die nächste Maniküre.

Und irgendwann sagt der Nagel sinngemäß:

Jetzt reicht’s.

Dann ist weniger häufig mehr.

Kürze stark belastete Nägel etwas, glätte raue Kanten, schütze deine Hände bei Hausarbeiten und pflege Nägel sowie Nagelhaut regelmäßig. Verzichte auf aggressives Buffern und widerstehe der Versuchung, Lack oder Modellagematerial einfach abzuziehen.

Vor allem solltest du deinen Nägeln Zeit geben.

Ein gesunder, gepflegter Nagel entsteht nicht über Nacht. Was heute an der Spitze splittert, ist über Wochen herausgewachsen. Entsprechend dauert es, bis eine schonendere Routine auch sichtbar nach vorne gewachsen ist.

Und wenn sich deine Nägel plötzlich stark verändern, mehrere Nägel gleichzeitig betroffen sind oder Schmerzen, auffällige Verfärbungen beziehungsweise andere ungewöhnliche Veränderungen auftreten?

Dann gehört die Sache nicht mehr in die Kategorie „Welches Nagelöl kaufe ich?“.

Dann ist medizinischer Rat sinnvoll.

Für alles andere gilt: Du brauchst keine zwanzig Spezialprodukte und schon gar keine Wunderkur.

Oft reichen einige erstaunlich einfache Veränderungen.

Etwas weniger Wasser.

Etwas weniger Gewalt.

Etwas mehr Pflege.

Und vielleicht ab und zu der Gedanke:

Die Verpackung kann ich auch mit einer Schere öffnen.

Zu Sehen ist das Autorenbild von: Hannah Reutlinger

Hannah Reutlinger

Über die Autorin

Hannah Reutlinger beschäftigt sich bei Pimp Your Nail mit Nagelpflege, Maniküre und alltagstauglichen Pflegeroutinen. In ihren Beiträgen geht es darum, Naturnägel richtig zu pflegen, typische Fehler zu vermeiden und verständliche Lösungen für gepflegte Hände und Nägel zu zeigen.

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